Kinder brauchen Bewegung

 

Unser Leben und alles um uns herum unterliegt einer ständigen Bewegung und Veränderung.

Unsere Erde, alle Lebewesen und Pflanzen bewegen sich, selbst in scheinbar statischer Materie, wie Gegenständen herrscht Bewegung und zwar in Form von Elektronen, welche sich rasant um den Atomkern drehen.

Man könnte sagen, Bewegung ist Leben und Stillstand ist Tod.

 

 

 

Wenn wir im sportlichen Bereich jedoch von Bewegung sprechen, so meinen wir nicht die unwillkürliche Dynamik von Objekten, sondern denken eher an die willkürliche Ausführung körperlicher Aktivität.

 

Hierbei unterscheiden wir zwischen gewollter und notwendiger Aktivität, eben immer dann, wenn es sein muss und es einer Notwendigkeit, z.B. Arbeit, Nahrungsaufnahme, Ortswechsel,etc., zugrunde liegt und einer meist ungewollten, nicht unbedingt nachvollziehbaren Aktivität, wie z.B. körperliches Training und Sport.

Denn abgesehen von einigen sportverrückten, denken doch viele Menschen - Sport ist Mord! ;-)

 

Jetzt aber im Ernst, körperlich aktiv zu sein, sollte als etwas positives betrachtet werden, denn es bringt einige physische und psychische Vorteile mit sich.

Bei Erwachsenen bzw. älteren Menschen gilt das Motto: "Wer rastet, der rostet."

 

Doch warum Bewegung bzw. Beweglichkeitstraining gerade bei Kindern von großer Bedeutung ist, möchte ich nun etwas näher erörtern.

 

Betrachten wir das Verhalten von Kindern, merken wir, dass sie, so oft es ihnen möglich ist, mit geistigen oder körperlichen Handlungen beschäftigt sind.

Sie wollen immer alles wissen, greifen alles an und vor allem sind sie ständig am herumlaufen.

Kinder sind also wissensdurstig und bewegungsfreudig.

 

Diesen Umstand sollte man als Eltern auf keinen Fall als lästig empfinden, sondern vielmehr versuchen positiv zu kanalisieren und zu fördern.

Es gibt einige gute Gründe, warum diese Energien entfaltet werden sollten.

 

Die Wichtigsten möchte ich aufzählen:

 

1. Fettzellen bleiben ein Leben lang konstant erhalten:

In unserer Kultur hat Essen einen hohen Stellenwert. Wir essen gerne gut, manchmal zu viel und oftmals aus Langeweile. Die Nahrungsaufnahme dient also nicht nur der notwendigen Energieaufnahme, sondern wird auch zur Kompensation seelischer Unruhe oder als Zeitvertreib verwendet.

Jeder kennt das, man gönnt sich eine Packung Chips beim Fernsehen, isst eine Tafel Schokolade bei

Liebeskummer oder man gibt dem quengelnden Kind bei der Kasse im Supermarkt einen Schlecker, nur damit es endlich Ruhe gibt.

Diese Gewohnheiten sind sehr schwer zu durchbrechen, dies weiß man spätestens nach der zehnten erfolglosen Diät.

Doch sind es diese Verhaltensweisen, die dem Sprössling anerzogen werden und unweigerlich dazu führen, dass  er/sie  im Erwachsenenalter  schwer mit dem Gewicht zu kämpfen haben wird.

Dies liegt nämlich daran, dass Adipozyten (Fettzellen) bis zum 6. Lebensjahr entstehen,danach nur noch im Volumen wachsen und ein Leben lang in ihrer Anzahl erhalten bleiben.

 

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wäre eine gesunde Ernährungsweise und ausreichend Bewegung zu empfehlen.

Da aber die Ernährungsgewohnheiten sehr schwer zu beeinflussen sind, ist es umso ratsamer den Fokus auf den Kalorienverbrauch durch körperliche Aktivitäten zu legen.

(Quelle und nähere Informationen hier)

 

 

2. Energien los werden:

Kinder können in Ihren Emotionen und Taten oft sehr intensiv werden. Man hat es schon oft beobachtet oder hat sogar selbst so ein Kind, welches permanent dazwischen redet, nie richtig zuhört, daheim alles auf den Kopf stellt, immer am herumzappeln ist, herumschreit und sich im Allgemeinen sehr schwer konzentrieren kann.

In diesem Zusammenhang hört man dann des Öfteren von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). Man könnte fast schon meinen, jedes 3 Kind leide unter dieser Symptomatik.

Die genauen Umstände dieser Krankheit sind bis dato noch nicht ausreichend geklärt, doch ist es eine Tatsache, dass es diese Erkrankung gibt und Kinder daran erkranken können.

 

Doch muss nicht immer ADHS hinter dem Verhalten seiner Schützlinge stecken.

Häufiger sind es banale Umstände, welche dieses unerwünschte Verhalten hervorbringen.

 

Selbst als Erwachsener kennt man solche Verhaltensmuster und so mancher hat es auch schon selbst erlebt.

Man ist gestresst von der Arbeit und kommt komplett aufgedreht nach Hause, irgendwas bedrückt einen seelisch und man kann sich nicht konzentrieren, man sieht zu lange fern oder scrollt den Smartphone-Bildschirm rauf und runter und kann danach schwer einschlafen oder man ist, wegen einer Erkältung, zu lange an die heimischen vier Wände gebunden und bekommt das Gefühl die Decke fällt einem auf den Kopf und man möchte einfach wieder hinaus und sich bewegen.

 

Diese Situationen passieren uns nicht nur häufig, sondern wissen wir um diese Vorgänge Bescheid und können sie adäquat kompensieren.

 

Jetzt stellen Sie sich mal vor, wie es einem Kind geht, das nicht genug Aufmerksamkeit, Verständnis und Beschäftigungsmöglichkeiten bekommt, eventuell viel fernsehen und wenig spielen darf.

Dieses Kind muss unweigerlich lästig werden, da seine Bedürfnisse nicht gestillt und es mit falschen Ausgleichsmethoden beschäftigt wird.

 

Die beste Art um ein ausgeglichenes Kind zu haben ist, neben einer liebevollen Fürsorge, körperliche Aktivität.

Hierzu eignen sich natürlich konditionelle Einheiten, wie laufen, aber auch motorisches Training, da dies auch gleichzeitig die Aufmerksamkeit fördert, das Hirn trainiert und die Nerven ansteuert.

 

Hier gilt der Grundsatz, ein müdes, ausgeglichenes Kind hat keine Energien mehr um zu nerven. ;-)

 

3. Leistungssport:

Wer wünscht sich für seine Kinder nicht das Beste?

Man möchte, dass es ihnen einmal gut geht, sie viel Geld verdienen und erfolgreich und glücklich sind.

Diesem Wunsch, muss man jedoch einen Grundstein setzen, denn nur wenn man dem Kind einen guten Start ermöglicht, kann es später diesen Vorsprung ausbauen.

Natürlich gibt es nicht so ehrenwerte Methoden wie man seine Kinder zu einem Millionär drillen kann, ein Beispiel wäre die Vermarktung als Kindermodel oder Werbeikone.

Eine durchaus legitime Zukunftsvision ist die als Spitzensportler.

 

Abgesehen davon, dass man bei der richtigen und geeigneten Sportart recht gutes Geld verdienen kann, so hält es einen auch gesund und bietet einen tollen Ausgleich.

Doch sieht man einer eventuellen Profikarriere entgegen, so sollte man recht früh damit beginnen die Weichen zu stellen.

 

Damit ist nicht gemeint, das Kind jeden Tag zum Training zu zwingen und alles nur auf den Sport zu setzen. Vielmehr sollte man gezielt und stetig an die Sache heran gehen.

 

Wie ich ja bereits zu Beginn sagte, haben Kinder eine sehr gute Auffassungsgabe und vor allem den Willen zu lernen.

Genauso wie die angesprochenen Fettzellen sich in den ersten Jahres bilden, so unterliegen auch andere Vorgänge einem anfänglichen Schub.

Im Kindesalter läuft die Verarbeitung von Umweltreizen auf Hochtouren.

Kleinkinder lernen in den ersten 3 Jahren gehen und in weiterer Folge Bälle fangen oder in einen Korb werfen.

Sinneseindrücke werden verarbeitet und motorische Fähigkeiten ausgebaut.

 

Wer als Kind lernt, seine Sensorik zu schärfen und seine Motorik zu kontrollieren, der wird diese Fähigkeiten im späteren Alter optimal nutzen können.

Also sind die Sportler erfolgreicher, die bereits im frühen Alter gezielt trainiert haben.

In der Sportwissenschaft sagt man: " Talentiert ist der, der gut koordinieren kann."

 

Also abgesehen davon, dass es für verschiedene Sportarten im Leistungsbereich ein optimales Eintrittsalter gibt, so ist es äußerst wichtig die Fertigkeiten, welche diese Sportart abverlangt, frühzeitig zu erwerben.

 

In diesem Zusammenhang sollte man auch den Aspekt der Beweglichkeit mitberücksichtigen, welche in enger Beziehung zur Bewegung steht.

Um aber mit der Komplexität dieses Themas hier nicht den Rahmen zu sprengen, möchte ich es zu einem späteren Zeitpunkt als eigenständigen Artikel behandeln.

 

 

Warum Kinder also mit ausreichend und gezielter Bewegung beschäftigt werden sollten, dürfte zumindest Ansatzweise geklärt sein.

 

Unbeachtet der Motivation, mit welcher man sein Kind durch Bewegung beschäftigen möchte, sollte man folgendes immer beachten:

 

  • achten Sie auf eine gesunde (eventuell Sportgerechte) Ernährung
  • geben Sie dem Kind das Gefühl wichtig zu sein und geliebt zu werden
  • fordern Sie Ihr Kind, doch überfordern Sie es nicht
  • lassen Sie es altersgerecht Kind sein
  • wenn Sie es eine Sportart ausüben lassen, dann sollte dies auch in einem altersentsprechenden Rahmen stattfinden
  • konditionelle und koordinative Übungen sind erwünscht, doch vermeiden Sie zu intensive Beanspruchung bzw. verzichten Sie, bis zum 14.Lebensjahr, ganz auf Kraftübungen mit höheren Gewichten
  • gönnen Sie dem Kind Ruhe und Erholung, um Reize zu verarbeiten und den Körper zu regenerieren
  • forcieren Sie den sportlichen Aufstieg Ihres Nachwuchses, doch zwingen Sie ihn nicht gegen seinen Willen an die Weltspitze - oft ist es besser glücklich in der 2. Liga zu spielen, als unglücklich als Nr. 1 Millionen zu verdienen
  • verbinden Sie Sport und Bewegung immer mit Spaß, das Kind soll das Gefühl haben es zu dürfen und nicht zu müssen
  • beschäftigen Sie sich auch selbst mit den Trainingsmethoden, es wird auch Ihnen zu mehr Gelassenheit verhelfen

 

 

In diesem Sinne,

 

Bewegung ist Leben, Leben ist Veränderung, nur wer sich bewegt verändert etwas. 

 


ANDREAS SEKULIC

Dipl. Fitness- u. Personaltrainer

www.mostvital.at

 

Als Mitglied einer erfolgreichen Tischtennis-Familie begann ich selbst sehr früh mit diesem Sport und entwickelte eine Vorliebe für Rückschlagsportarten wie eben auch Tennis und Badminton.

Als Jugendlicher begann ich, nach und nach, immer mehr zu laufen und interessierte mich für Kraftsport. 

Die Leidenschaft für Fitness prägte sich über die Jahre immer mehr heraus und ist heute meine Hauptsportart.

 

Ich erkrankte mit 29 Jahren an einer Angststörung, welche durch massive Panikattacken und einer Sozialphobie gekennzeichnet war.

Dieser Umstand hatte zur Folge, dass ich einerseits den Kontakt zu Menschen scheute und andererseits keinen Sport mehr ausüben konnte.

Ich hatte Angst an einem Herzinfarkt oder ähnlichem zu sterben.

 

Da ich mich meinem Schicksal nicht ergeben wollte, entschied ich mich dafür, die Angst zu bekämpfen.

Mit Hilfe meiner Partnerin und meiner Ärzte, fing ich allmählich wieder an mich zu bewegen und meine sichere Komfortzone zu verlassen.

Ich steigerte das Training fortlaufend und stärkte meinen Geist mit positiven Gedanken und Erfahrungen.

Nach 5 Jahren schaffte ich es letztendlich wieder Vertrauen in meinen Körper und dessen Fähigkeiten zu erlangen und sprengte die Ketten der Angst. Durch Sport habe ich es geschafft und bin jetzt leistungsfähiger als je zuvor!

 


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